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Die Welle

Rhue-Morton+Die-Welle-Macht-durch-DisziplinTitel: Die Welle

Autor: Rhue Morton

Seitenanzahl: 186

ISBN: 978-3-473-58008-8

Verlag: Ravensburger

Typ: Roman, mit wahrem Hintergrund

 

Macht durch Disziplin!

Macht durch Gemeinschaft!

Macht durch Handeln!

WelleLaurie besucht den Geschichtsunterricht bei Ben Ross. Momentan ist das Thema der 2. Weltkrieg: Nazis, Juden, Hitler, das ganze deutsche Volk…. Laurie versteht nicht, warum niemand etwas gegen die Konzentrationslager und die Gaskammern getan hat. Warum sich niemand gewehrt hat, sondern einfach so tat als würde er nichts merken. Ben Ross hat auf diese Frage keine vernünftige Antwort. Doch die Frage beschäftigt ihn noch lange, und schliesslich beschliesst er, spontan ein Experiment zu starten, dass er noch nie gewagt hat. Er will seinen Schüler einen kurzen Einblick in das Leben damals geben, er will ihnen verständlich machen, warum die Deutschen so reagiert, bzw. nicht reagiert haben.
Am nächsten Morgen lernen die Schüler zuerst einen Gruss, mit dem sie sich untereinander und den Lehrer, den sie ab jetzt immer nur noch mit Mister Ross ansprechen dürfen, grüssen sollen. Bei jeder Frage müssen sie sich neben den Stuhl stellen und dürfen erst so antworten. Passend zum ersten Grundsatz Macht durch Disziplin üben sie diese neuen Regeln, bis sie jeder in- und auswendig kann.

welle1Weiter geht es mit Macht durch Gemeinschaft. „Man gehört zu einer Bewegung, einer Gruppe, einer Überzeugung. Man ist einer Sache ganz ergeben…“. Ben Ross will, dass jeder gleichbedeutend ist und das sich niemand als etwas besseres oder etwas schlechteres fühlt. Ben ist selber überrascht wie sehr die Schüler dass ernst nehmen, wie sehr es sie zu faszinieren scheint. Sogar Robert, der Aussenseiter, der sich nie für etwas interessiert ist begeistert von der Welle, so hat Ben sein Experiment getauft. „Es war so, als hätte die Welle ein eigenes Leben gewonnen und ihn und seine Schüler mit sich fortgeschwemmt.“ Doch Disziplin und Gemeinschaft alleine reicht nicht aus. Es muss etwas daraus entstehen: Macht durch Handlung! 
Die Schüler scheinen das Ganze ernster zu nehmen, als Ben gedacht hat. Vielleicht sogar etwas zu ernst. Sie erinneren ihn wirklich an kleine Nazis, die nicht mehr selber überlegen, keine eigene Meinung haben, sondern einfach ihrem Führer treu folgen und zu ihrer Gruppe stehen, egal was kommt. Solange sie einen guten Fürher haben, kann nicht viel schief gehen. Doch falls nur jemand mit etwas Schlechtem anfängt, kann das schreckliche Folgen haben. Jedes Mitglied der Welle hat eine Mitgliedskarte, einige haben sogar noch ein X darauf, das bedeutet, sie müssen schauen dass jedes Mitglied die Regeln beachtet. Es gibt Sitzungen für die Welle und viele neue Mitglieder werden eingeladen. Jeder, der Nein dazu sagt, wird überredet doch mit zu machen.
welle2Laurie kommt das Ganze sehr speziell vor. Auch ihre Eltern sind sehr skeptisch. Anfangs hat sich Laurie eingeredet, es sei nur ein Spiel, an dem die Meisten schon bald das Interesse verloren haben oder einfach eine Bewegung, die Gutes tut. Doch das scheint nicht der Fall zu sein.

„Ich meine, es gibt ja auch Gutes an der Welle. Es kann gar nicht alles schlecht sein, sonst hätte sich niemand angeschlossen. Schlimm ist nur, dass kaum jemand das Schlechte daran erkennt. Sie glauben, dass durch die Welle alle gleich werden, aber sie begreifen nicht, dass dadurch jeder das Recht verliert, unabhängig zu sein.“ (Laurie)

Die Welle scheint ausser Kontrolle zu geraten….

 

Das Buch ist in der Sicht des Erzählers geschrieben. Er erzählt hauptsächlich aus Ben Ross und Lauries Sicht. Man erfährt ihre Gedanken, aber trotzdem lernt man sie nicht wirklich sehr gut kennen. Ich hätte es schön gefunden, noch mehr über die beiden, ihr Vergangenheit und ihr Gefühle zu erfahren. Am Ende des Buches gibt es noch einen Auszug aus dem Interview mit dem „richtigen“ Ben Ross. Es ist sehr interessant noch etwas über die wahren Hintergründe zu erfahren.

Mein Kommentar: Das ist ein Buch, aus dem man wirklich etwas lernen und mit nehmen kann. Man kann selber miterleben, wie schnell Faschismus entsteht. Da diese Geschichte nicht erfunden ist, sondern sich wirklich ähnlich abgespielt hat, wird das Ganze noch interessanter. Ich muss aber sagen, dass ich mir das Buch eher wie ein krasser, brutaler Thriller vorgestellt habe und so wirkte das Buch für mich nicht so spannend. 

Wir wollen es vergessen. Das heisst, wir wollen versuchen, es nicht zu vergessen, aber gleichzeitig dürfen wir auch nicht dauernd daran denken. 

Die Welle ist auch verfilmt worden. Hier gehts direkt zum Trailer.

 

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Autor:

mylittleparadiseofbigdreams.wordpress.com

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