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Ich habe den Todesengel überlebt

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Quelle: Amazon

Titel: Ich habe den Todesengel überlebt – Ein Mengele-Opfer erzählt

Autorin: Eva Mozes & Lisa Rojany Buccieri

Seitenanzahl: 179  (mit Nachwort, Anmerkungen und Glossar: 222)

ISBN: 978-3-570-40109-5

Verlag: cbj

Typ: wahre Geschichte einer Überlebenden des Holocaust

Wir waren allein, lediglich Zwillinge mit Nummern, und jede von uns versuchte zu überleben.

Eva Mozes Kor, ein jüdisches Mädchen lebt mir ihrer Familie in Rumänien. Schon früh bekommen sie den Antisemitismus (Judenhass) zu spüren. Es fängt damit an, dass in der Schule judenfeindliche „Filme“ gezeigt werden und Eva und ihre Zwillingsschwester Miriam gehänselt werden. Sie hatten bald keine Freunde mehr und die Leute benehmen sich nicht mehr so freundlich ihnen gegenüber wie früher. Die zwei 10-jährigen verstanden nicht warum sie, nur weil sie Juden sind, so behandelt werden.

EvaKorLiberationz-480x320Im März 1944 wird die Familie Mozes in ein Getto gebracht. Schon dort müssen sie in schrecklichen Verhältnissen leben. Im darauffolgenden Mai werden sie nach Auschwitz gebracht. Dort wurden die Zwilling aussortiert, von ihrer Familie getrennt, und in eine Baracke gesteckt mit vielen anderen Zwillingen. Schon bald finden sie heraus, dass sie für einen Arzt (Josef Mengele) als lebende Experimente dienen. Dadurch geht es ihnen besser als anderen Gefangenen. Doch trotzdem leben sie in schrecklichen Verhältnissen. Doch Eva schwört sich, dass durchzustehen und lebend hier raus zu kommen.

Von jenem Moment an hielt ich ich eisern an der Vorstellung fest, dass wir das Lager lebend verlassen würden. Niemals erlaubte ich Ängsten oder Zweifeln, meine Gedanken zu beherrschen. Sobald sie auftauchten, verdrängte ich sie gewaltsam. 

eva korCharakteren: Eva ist eine Kämpferin. Das merkt man schon am Anfang, sie gibt nicht einfach auf. Das gefällt mir auch sehr gut an ihr. Denn wenn sie diesen Kampfgeist nicht gehabt hätte, hätte sie es höchstwahrscheinlich nicht lebend raus geschafft. Miriam, ihre Zwillingsschwester, ist eher die „Schwächere“. Sie hat nicht so viel Kampfgeist wie Eva und nimmt das ganze Schicksal schnell auf sich – und lässt sich sogar (fast?) davon besiegen. Aber man darf dabei nie vergessen, das die Zwillinge KINDER waren. Kleine 10-Jährige, die mit hübschen Kleider herumlaufen sollten und mit Puppen spielen. 

Schreibstil & Aufbau: Das Buch ist in kurze Kapitel geteilt und wir von Eva erzählt. Der Schreibstil ist sehr angenehm und spannend. Oft wird es mir bei wahren Geschichten manchmal etwas zu „langfädig“, das war aber hier nicht der Fall. Das Buch ist auch mit einige Fotos und Landkarten ausgeschmückt.

Ich begrifft jene Spritzen als den Preis, den wir zahlen mussten, um zu überleben: Wir überliessen ihnen unser Blut, unsere Körper, unseren Stolz, unsere würde, und im Gegenzug liessen sie uns einen Tag länger leben.

Idee & Umsetzung: Naja, Idee, ist schon fast ironisch…. Aber wenn wir schon bei der „Idee“ sind: Ich habe mich wieder einmal gefragt, wie kann man einen solchen Hass auf andere Menschen haben wie die Nazi`s? Wie kann Menschen grundlos foltern und umbringen? Wieso???? Ich kann es nicht verstehen.

Titel & Cover: Titel und Cover sind beides mehr als passend. Diese bekannten und gefürchteten Drahtzäune und das Foto sagen schon um welches Thema es geht. Die zwei Mädchen zuvorderst auf dem Foto sind Eva und Miriam. 

In Auschwitz war es so einfach zu sterben. Zu überleben war ein hartes Stück Arbeit.

Kommentar: Ich habe dieses einndrückliche Buch innert sehr kurzer Zeit gelesen und das hat nicht daran gelegen, dass es nicht dick ist, sondern weil ich so ein Buch schlecht auf den Händen legen kann. Es ist krass zu lesen, was die Menschen damals (damals hört sich an, als wäre es vor mehren Jahrhundert passiert, aber es ist erst bald 80 Jahre her!) erlebt haben. Der Holocaust ist etwas was mich sehr interessiert und auch beschäftigt. Darum habe ich dieses Buch auch sofort gekauft. Ich muss sagen, dass ich mich auf brutaleres gefasst gemacht habe. (Nein, ich sage ganz und gar nicht, dass das was diesen zwei Mädchen und allen anderern Juden angetan wurde nicht brutal ist. Es ist schrecklich! Versteht mich bitte, bitte nicht falsch.). Und trotzdem hätte ich etwas schlimmere Details erwartet. Aber auch wenn nicht z. B. die schlimmsten Foltermethoden ganz genau beschrieben worden sind, lässt dieses Buch einen nicht kalt. Für mich war das Buch zum lesen, gar nicht so schlimm, aber dafür beschäftigt es mich sehr beim Verarbeiten. Ob man will oder nicht, dieses Buch und besonders das Thema im Buch vergisst man nicht so schnell! Für alle, die so etwas ertragen können, absolut empfehlenswert! 

Bald aber merkten wir, dass uns das Weinen kein bisschen weiter helfen würde. Meist fühlten wir uns wie betäubt. Am Leben zu bleiben, das war das Wichtigste. Wir wussten, dass wir wegen der Experimenten noch lebten. Wegen einer glücklichen Laune der Natur. Weil wir Mengeles Zwillinge waren. 

Hier mehr Informationen zu Eva Mozes Kor und ihrer Organisation CANDLES

nanacara 😉

 

 

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Autor:

mylittleparadiseofbigdreams.wordpress.com

2 Kommentare zu „Ich habe den Todesengel überlebt

  1. Ave,
    zwar habe ich auch schon Zeitzeugenberichte/Biographien über den Holocaust gelesen, die Geschichte von Eva und Miriam kenne ich allerdings nur durch Recherchen, die ich aufgrund des Liedes „Todesengel“ von Saltatio Mortis getätigt habe.
    Ich würde sagen, das markante an ihrem Schicksal ist, dass ihnen das nicht nur aus der grauenhaften Ideologie heraus, sondern auch „für die Wissenschaft“ angetan wurde – und natürlich der besonderen Aufarbeitung der Erlebnisse.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

    Gefällt 1 Person

    1. Da hast du recht… Und zu wissen, dass wir durch diese Wissenschaft weiter gekommen sind und es uns heute vielleicht sogar dient, ist echt ein beschämender Gedanke…. Aber wir können da nichts mehr ändern. 😦

      Gefällt mir

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