Veröffentlicht in Alles auf einmal

Gastbeitrag „Mehr als mein Herz“

Juppie! Endlich hats geklappt mit einem Gastbeitrag. Heute werdet ihr die Rezension zu „Mehr als mein Herz“ lesen. Autorin ist Träumerherzchen von Livricieux! Den Gastbeitrag von mit auf ihrer Seite findet ihr ->Hier <-Los geht’s!

chris_fabryVerlagsinfo: Erschienen im August 2014 im Verlag Gerth Medien Klappbroschur, 400 Seiten


Originaltitel: Not in the Heart

ISBN: 9783865919359
Buchbesprechung: „Mehr als mein Herz“ von Chris Fabry 

Erster Satz:
 Die Probleme mit meiner Frau begannen, als sie sich für Jesus entschied und ich mich für eine Katze.

Inhaltsangabe:
 Truman Wiley war einmal ein erfolgreicher Journalist und Kriegsberichterstatter. Doch inzwischen lebt er getrennt von seiner Frau. Und wegen seiner Spielschulden steht ihm das Wasser bis zum Hals. Er schafft es noch nicht einmal, seinen schwer herzkranken Sohn im Krankenhaus zu besuchen. Da bietet ihm seine Noch-Ehefrau eine Rettungsleine an: Er soll die Lebensgeschichte eines Bekannten aufschreiben, der wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist, seine Unschuld jedoch bis zuletzt beteuert. Truman lässt sich darauf ein und entdeckt bei seinen Nachforschungen schier Unfassbares. Schließlich wird er vor eine lebensverändernde Entscheidung gestellt … 

Meine Meinung

Ich weiss nicht recht, wie ich meine Meinung zu diesem vielschichtigen Buch in Worte fassen soll. Es gab ganz viel, was ich richtig toll fand und andere Dinge haben mich doch auch erheblich gestört. Darum war es nicht ein Lesegenuss auf voller Linie, aber als schlecht bezeichnen kann ich es auch nicht.


„Was für ein Vater sind Sie, wenn Sie ihrem Sohn dadurch die Chance nehmen, ein neues Herz zu bekommen?“ Ich starrte sie an. „Denken Sie das würde mir nicht zu schaffen machen? […] Aber was für ein Mensch wäre ich, wenn ich einen unschuldigen Mann sterben liesse?“ (S.299)

Idee/Umsetzung:

Truman Wiley hat sein Leben nicht mehr im Griff, der Job ist weg und Spielschulden drohen ihn zu ersticken. Auch mit seiner Familie hat er keinen Kontakt mehr und er schafft es nicht seinen schwer herzkranken Sohn im Krankenhaus zu besuchen. Da wirft ihm seine Noch-Ehefrau eine letzte Rettungsleine zu: Er soll die Geschichte von Terrell Conley aufschreiben. Dieser ist ein verurteilter Mörder, der in der Todeszelle seiner letzten Tage harrt  und beteuert unschuldig zu sein. Er möchte, dass die Geschichte seiner Bekehrung aufgeschrieben und für die Nachwelt zugänglich wird. Als Dank dafür, würde er Trumans Sohn sein Herz spenden. Nur widerwillig lässt sich der Journalist auf diesen Handel ein. Bei seinen Nachforschungen bekommt er Hilfe von seiner Tochter Abby und gemeinsam entdecken sie unglaubliches. Doch wie werden sie mit dem Dilemma umgehen, das Leben vom Sohn und Bruder retten, oder die Unschuld Conleys beweisen? Chris Fabry ist wahrlich nicht der erste Autor, welcher über die Todesstrafe oder über Organspende schreibt. Diese zwei Themen jedoch in einer Geschichte von solcher Komplexität zu vereinen, war sicherlich eine Herausforderung. Und die ist Chris Fabry im Grossen und Ganzen auch wirklich gut geglückt.  Als Leser muss man sich mit seiner eigenen Haltung zum Thema Todesstrafe auseinander setzen, denn im Buch lernt man Personen kennen, die unterschiedliche Meinungen diesbezüglich haben, oder die Todesstrafe gar für ihre eigenen Zwecke zu nutzen wissen. Aber auch das Thema Organspende an und für sich ist heikel, grad wenn es sich um das Herz handelt. Ab wann ist ein Patient denn wirklich tot? Das ist eine grosse Frage unter Medizinern. Und wenn dann das Herz von einem (vermeintlichen) Schwerverbrecher stammt, kommt noch eine erhebliche moralische Komponente dazu. Denn sprechen wir nicht oft davon, dass jemand ein „gutes Herz“ habe? Wie schaut es dann da um das Herz eines Verbrechers aus? Will man dieses in der Brust seinen Kindes wissen? Zudem beschreibt Chris Fabry in seinem Buch eine Vielzahl unterschiedlicher Charaktere und Lebensentwürfe. Er zeigt Menschen, die ihr Leben absolut nicht auf die Reihe bekommen und versuchen ihren Halt in Dingen zu finden, von denen sie abhängig werden. Er zeigt vermeintlich erfolgreiche Geschäftsmänner und Politiker, die immer mehr in die Illegalität abrutschen. Oder auch Menschen, die ihren Halt im Glauben und bei Gott suchen.  Somit bietet dieses Buch wirklich ein weites Spektrum an Themen und Emotionen und dürfte somit auch viele unterschiedliche Leser ansprechen. Ich für meinen Teil muss gestehen, dass mir die ganze Thematik rund um den Glauben etwas Mühe bereitet hat. Ich finde es immer etwas schwierig, wenn mir ein Buch sagen will, welches der richtige Weg ist und an was ich glauben soll. Ich entscheide das lieber selbst, wenn ich die Geschichte lese, welche Figuren mir sympathisch sind und welche eher weniger, oder welche Überlegungen und Gedankengänge ich als realistisch erachte. Und oftmals empfinde ich extrem gläubige Charaktere auch als etwas platt und unselbständig, als würden sie nicht selbst denken können und in ihrer charakterlichen Entwicklung irgendwie gehemmt sein. Nichts desto Trotz lässt sich dieses Buch wirklich gut lesen und ich muss ihm hoch anrechnen, dass Truman keine Spontanbekehrung widerfuhr. Denn dann hätte es mich wohl komplett verloren. Die unerwartete Wendung zum Schluss lässt die Spannung dann nochmals in ungeahnte Höhen schnellen. Und so hatte auch ich dieses vielschichtige Buch in wenigen Tagen gelesen. 
Schreibstil:

Chris Fabry hat eine sehr angenehme Sprache, die leicht zu lesen und zu verbildlichen ist. Er schafft es seinen Figuren und der Geschichte Leben einzuhauchen, so dass man sofort mitfiebert und sich seine Gedanken zu den Handlungen und Überlegungen macht. Somit gehört „Mehr als bei Herz“ definitiv zu den Büchern, die einem als Leser die Seiten nur so umblättern lassen und anregen, sich seine eigenen Gedanken zu machen.  Manchmal fand ich Fabrys Wortwahl etwas speziell oder sehr blumig und umschreibend. Ich hätte es gerne gehabt, wenn er die Dinge beim Namen genannt hätte. Was spricht dagegen zu sagen, dass Truman und seine Ehefrau Ellen Sex hatten in der Vergangenheit? Ich meine, sie haben zwei Kinder, die bringt nun mal nicht der Storch. Ich bin auch dafür, dass man nicht in die Details gehen muss (Shades of Grey hat mir mehr als gereicht in dieser Hinsicht), aber um den heissen Brei drum rum reden, wenn sowieso jeder weiss, um was es geht, ist irgendwie auch blöd. Erzählt wird die Geschichte meist aus der Sicht von Truman, so lässt Fabry den Leser auch viel an dessen Gedanken und Gefühlswelten teilhaben und bringt ihm somit auch dessen Charakter sehr nahe. Manchmal veränderte sich jedoch auch die Erzählperspektive, Ellen oder Abby kommen zu Wort. Meist war schnell klar, aus wessen Sicht jetzt erzählt wird, dennoch hätte ich mir eine eindeutigere Abgrenzung, vielleicht durch verschiedene Schriftarten, gewünscht. 
Charaktere:

In „Mehr als mein Herz“ präsentiert uns Chris Fabry eine Reihe von ganz unterschiedlichen Charakteren. Da ist zum einen Truman Wiley, ein Journalist und Kriegsberichterstatter, mit einem ungesunden Hang zum Glücksspiel. Seine Karriere scheint am Ende, er hat keinen Job und kein Geld mehr und hat sich mit ziemlich zwielichtigen Typen angelegt. Im Buch wird er als gescheiterte Persönlichkeit und schlechten Menschen dargestellt. Wer möchte schon einen Vater, der sich nicht um seine Kinder kümmert oder einen Ehemann, der seine Frau im Stich lässt? Truman bildet quasi den ungläubigen Gegenpol zu all den christlichen Gutmenschen. Ich weiss nicht, ob Chris Fabry mit dieser Darstellung bezwecken wollte, dass man sich als Leser mit Truman identifizieren kann. Aber es ist das, was diese krasse Gegenüberstellung und Einteilung in Gut und Böse bei mir bewirkt. Über weite Strecken empfand ich Truman als sehr menschlich und authentisch und nicht als diesen schlechten Menschen, wie er vermutlich dargestellt hätte werden sollen. Er macht sich seine eigenen Gedanken, zweifelt und steckt in einem unglaublichen Zwist, seinem Sohn das Leben zu retten und gleichzeitig auch Conleys Unschuld zu beweisen. Ich finde hier hat Chris Fabry sein ganzes Können bewiesen und den inneren Konflikt und die Zerrissenheit und Zweifel sehr gut eingefangen und gezeigt. Truman war für mich ein durchwegs glaubhafter und authentischer Charakter.  Auch seine Tochter Abby finde ich sehr gut gezeichnet, wie sie irgendwo zwischen ihrer gläubigen Mutter und ihrem zweifelnden Vater steht und versucht, es beiden recht zu machen. In vielerlei Hinsicht ist sie ihrem Vater sehr ähnlich, die gleiche Verbissenheit und Sturheit, hat sie sich erstmal eine Idee in den Kopf gesetzt, so bringt sie nichts und niemand mehr davon los. Gleichzeitig ist da aber auch die Angst und Sorge um ihren Bruder Adrian, den sie nicht verlieren möchte, was sie ihrer Mutter wiederum näher bringt.  Ellen, Trumans Ehefrau und die Mutter von Adrian und Abby war für mich mit am schwersten zu fassen. Zum einen empfand ich sie als eine liebende Mutter und eine Ehefrau, die sich um das Wohlergehen ihres Mannes sorgt, auch wenn sich der Kontakt sehr in Grenzen hält und nicht mehr viel da ist, dass die beiden noch verbindet. Oft hatte ich den Eindruck, dass sie sich die Zeit ihrer Jugend zurück wünschte, als mit Truman noch alles im Lot war und sie sich liebten und die Sorge um ihre Kinder noch verschwindend gering war. Gleichzeitig empfand ich sie auch als unglaublich passiv. Alles legte sie in die Hände Gottes, so wie er will, wird es schon geschehen und beten ist das beste Mittel mit den Sorgen und Ängsten umzugehen. Sie stellt quasi den christlichen Gutmenschen dar. Ganz oft wollte ich sie am liebsten etwas rütteln und ihr sagen, dass sie doch endlich mal richtig mit Truman reden solle. Mit ihrer Verklärtheit konnte ich wirklich nicht allzu viel anfangen.  Adrian, der herzkranke Sohn spielt erstaunlicher Weise nur eine sehr kleine aktive Rolle in der Geschichte. Oft wird zwar von ihm gesprochen und viele Gedanken drehen sich um ihn, selbst in die Geschehnisse eingreifen kann er jedoch nicht. Seine Ruhe und Objektivität bezüglich seines Schicksals sind bewundernswert. Grundsätzlich möchte ich noch anfügen, dass mich die Unterteilung der Charaktere in die Guten und die Bösen etwas genervt hat. Vor allem waren die Guten fast durchs Band weg Mitglieder aus Ellens christlicher Gemeinde oder sonst gläubige Menschen, während die Bösen irgendwelche zwielichtigen Typen darstellten, Geldeintreiber, Friseursalonbetreiber, Gerichtsvollzieher oder Politiker. Da hätte ich mir von Chris Fabry etwas mehr Differenzierung gewünscht, nichts ist einfach nur Schwarz und Weiss. Dass er dies kann, hat er ja mit der hervorragenden Charakterisierung von Truman bewiesen. 
Cover/Innengestaltung:

Das Cover von „Mehr als mein Herz“ zeigt einen nachdenklichen Truman und Adrian in seinem Krankenbett. Für die Geschichte ist dieses stimmige Bild sicher sehr gut getroffen, leider entspricht es nicht ganz dem, was mich im Laden anspricht.  Das Buch selbst ist in drei Teile unterteilt, welche durch das Bild eines EKGs und ein passendes Zitat aus der Bibel oder anderen gut gewählten Texten eingeleitet wird. Auch dies passt hervorragend zur Geschichte.

Fazit:

„Mehr als mein Herz“ ist ein sehr vielschichtiges Buch mit vielen spannenden Themen. Jedes einzelne davon hätte wahrscheinlich schon ein Buch gefüllt und dem Leser genügend Stoff zum Nachdenken geboten. Durch die Kombination eröffnet Chris Fabry aber nochmals ganz neue Sichtweisen. Das möchte ich wirklich positiv hervorheben.  Wer sich durch die christliche Thematik nicht abschrecken lässt, wird mit einer spannenden und lehrreichen Geschichte belohnt. Das Buch erhält von mir gute drei Herzen, da es über viele Stellen sehr unterhaltsam und spannend geschrieben ist und den Leser auch wirklich anregt, über so einige Dinge nachzudenken. Dennoch störte ich mich an ein paar Stellen über sehr stereotype Charakterisierungen. Und generell bin ich wohl einfach nicht der Typ, der solche Bücher liest. Es war jedoch auch für mich eine gute Erfahrung und Chris Fabry hat es geschafft, mich mehr als einmal zu überraschen. Ich bin überzeugt, dass dieses Buch für viele Leser sehr wertvoll ist und ihnen die Augen und die Herzen öffnet. 

„Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde.“ (Johannes; 15, Vers 12&13)

Also, wie fandet ihrs? Seid ihr schon vom Buch überzeugt? Oder wollt ihr doch noch eine Zweitmeinung? Wenn ja, besucht doch einfach mal meine Rezension von diesem genialen Buch auf Livrieux! Hier  der ganze Beitrag. Ich würde mich sehr über einige Likes und Kommentare, hier wie dort, freuen!

 

Advertisements

Autor:

Liebe Blogleser! Eines meiner vielen Hobbys ist zu lesen, wie ihr bestimmt erraten könnt. Doch das ist bei weitem noch nicht alles: Ich liebe es, zu kochen und zu backen, Geschenke in Hülle und Fülle zu machen, mit kleinen Kindern zu spielen, telefonieren, abmachen, Dinge organisieren oder - in letzter Zeit habe ich gelernt, zur Ruhe zu kommen und zum Beispiel ein heisses Bad zu nehmen ;-) Mein Lieblingsbuch… Puh, schwierige Frage. Die besten drei sind wahrscheinlich die Serie von Elisabeth Büchle: (Himmel über fremden Land, Sturmwolken am Horizont, Hoffnung eines neuen Tages). Ausserdem liebe ich "Die Liebe findet dich", "Mehr als mein Herz", "Stolz und Vorurteil" und last but not least die Alaska-triologie von Tracie Peterson. Unten noch die Linke zu den Beiträgen! . Die müsst ihr einfach lesen! Mein Lieblingsessen ist Rösti, Spiegeleier und Fleischkäse. Später möchte ich einmal Bankangestellte werden, evntl. nachher noh Grafikerin. Mein Traum wäre es, eines Tages ein Buch zu veröffentlichen, und ich übe schon fleissig :-) Mein grösster Wunsch für die Zukunft ist, dass ich Gott mit meinem Leben verherrliche und dass ich eine grosse Familie haben kann. Ramylu Übrigens: Wenn ihr auch gerne lest: www.lesemausblog.wordpress.com Linke zu den Beiträgen meiner Lieblingsbücher: ElisabethBüchleSerie: https://lesemausblog.wordpress.com/?s=elisabeth+büchle+band Die Liebe findet dich: https://lesemausblog.wordpress.com/2016/03/01/die-liebe-findet-dich/ Mehr als mein Herz: https://lesemausblog.wordpress.com/2016/12/24/gastbeitrag-mehr-als-mein-herz/ Stolz und Vorurteil: https://lesemausblog.wordpress.com/2017/01/25/stolz-und-vorurteil/ Alaska-triologie: https://lesemausblog.wordpress.com/?s=Alaska

2 Kommentare zu „Gastbeitrag „Mehr als mein Herz“

Kritik oder Lob - wir freuen uns immer! Bitte hinterlasse uns deine Meinung!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s