Veröffentlicht in Alles auf einmal

Ben Hur: Eine Geschichte aus der Zeit Christi

Titel: Ben Hur: Eine Erzählung aus der Zeit Christi

Autor/in: Lew (o. Lewis)  Wallace

Seitenanzahl: 357 (Typische Lesedauer 6 h 34 min)

ISBN: 978-3730604106

Verlag: Anaconda

Typ: Historischer Roman über Juden und Römer

Zusammenfassung:

ben hur.jpgDie Geschichte beginnt 21 n. Chr.  Ben Hur ist ein der Sohn eines reichen und berühmten Fürstes, und der Name Hur gilt in Israel durchaus etwas. Ben Hur hatte einen Kindheitsfreund – Messala. Jener hatte die Kriegsschule in Rom absolviert und ist nun nach Israel zurückgekommen: Als Herrscher. Ben Hur und er treffen sich endlich wieder – und haben einen grossen Streit. Messala will, das Ben Hur sein Volk verrät und an die Römer ausliefert. Ben Hur ist dies unmöglich. Kurz darauf kommt ein Tribun, der über das Volk herrschen soll, in die Stadt. Messala ist für dessen Sicherheit verantwortlich. Als Ben Hur sich über das Geländer der Terrasse beugt, bricht ein Stück ab und fällt vor das Pferd des Tribun. Das Pferd scheut und der Tribun wird abgeworfen. Man beschuldigt Ben Hur des Meuchelmordes und er wird auf lebenslänglich als Galeerensklave verurteilt. Seine Mutter und Schwester werden in eine mit Aussatz infiszierten Zelle gesteckt, um dort zu sterben. Messala könnte alles verhindern, doch er tut es nicht.

Ben Hur: Das Gesicht zeigte im Profil orientalische Züge und jene Zartheit im Ausdruck, die immer als ein Zeichen edlen Blutes und hohen Geistes galt.

Schliesslich reist Tribun Arrius auf Ben Hurs Galeere. Ben Hur rettet ihm das Leben, und als Belohnung wird er von der Galeere befreit und wird Arrius‘ Adoptivsohn. Ben Hur geniesst nun das Leben von vorher. Doch die Frage, was aus seiner Mutter und Schwester geworden ist, lässt ihm keine Ruhe. Auf der Suche nach ihnen stösst er auf eine Möglichkeit, wie er sich an Messala rächen kann. Messala fährt nämlich regelmässig Pferderennen. Wenn Ben Hur sich an einem Pferderennen gegen Messala würde behaupten können, wäre das Messalas Untergang, denn im Moment war er der gefeierte Sieger der Pferderennen. Ben Hur beginnt zu üben, und um dem ganzen das i-Tüpfelchen aufzusetzen, schickt er einen seiner Freunde als einen Anhänger Ben Hurs, der Wetten anbietet, zu Messala. Ben Hurs Freund setzt Messala unter Druck, verspottet ihn und bringt ihn derart in die Klemme, das Messala sein ganzes Vermögen auf seinen Sieg setzt. Ben Hur sieht seine Chance, Messalas Stolz und Vermögen zu vernichten, doch – wird er siegen? Und wird er seine Angehörigen finden, ehe sie an Aussatz sterben?

Der Mensch ist nie sichererer, als wenn er Gegenstand des Spottes ist, und der schlaue Araber wusste das.

Charakteren: Ben Hur hat einen unglaublich starken Willen und eine grosse Liebe zu seinen Angehörigen. Ausserdem wird er sehr stark von Hass und Rache dominiert. Wenn man so im Buch drin ist, versteht man das auch gut. Messala ist so gemein! Und trotzdem sieht man als Leser ein, dass Ben Hur zu sehr der Rache verfallen ist. Sein ganzen Leben besteht nur noch aus Rache, Wut und Hass. Also, so ein Leben kann ja gar nicht mehr als „Leben“ bezeichnet werden… Messala ist fest entschlossen, Ben Hurs Racheversuchen keine Chance zu geben. Er will sich doch nicht von einem Juden besiegen lassen! Das wäre definitiv unter seiner Würde. Messala wird von der Meinung des Pöbels dominiert. Wenn er zum Beispiel die Wette mit Ben Hurs Freund, die ungeheuer hoch war, nicht eingegangen wäre, wäre er im Ansehen der Leute gesunken, und das konnte er sich nicht leisten…

Denn er hatte in Wahrheit noch nie ein vollkommeneres Bild blühender, kraftvoller, selbstbewusster Männlichkeit gesehen.

Schreibstil und Aufbau: Der Schreibstil ist manchmal etwas altmodisch, es hat auch einige Tippfehler drin. Aber das macht nichts. Dieser Autor kann einfach so gut beschreiben! Die ersten fünf Kapitel sind zwar nicht so spannend, aber sie beschreiben die Weihnachtsgeschichte in einer Art und Weise, wie man sie noch nie gelesen hat. Fast jedes Kapitel beginnt mit einer Beschreibung des Ortes, an dem man sich gerade befindet. Man stellt sich die ganze Szene vor! Ben Hur ist ein Meisterwerk! Hier einige Beweise der fabelhaften Beschreibungsgabe des Autors:

Die Festung auf dem Berge Sulpius lag im Mondschein da. Die meisten Einwohner Antiochiens weilten auf ihren Hausdächern und erfrischten sich im Nachtwind. Auch Simonides sass in seinem von ihm unzertrennlichen Lehnstuhle und blickte von der Terrasse über den Fluss und seine Schiffe hin, die, dort vor Anker liegend, sich schaukelten. Vor ihm stand Esther mit einer Platte, auf der sich sein einfaches Abendessen befand: einige Weizenkuchen, die leicht wie Waffeln waren, etwas Honig und eine Schale Milch, in die er von Zeit zu Zeit einen Kuchen tunkte, nachdem er ihn mit Honig bestrichen hatte.

Wie es sich nun zeigte, war der Mann von wunderbar ebenmässigem Körperbau, mehr kräftig als hochgewachsen. Der Schnitt seines fast schwarzen Gesichts, die breite Stirn mit der Adlernase und das herabwallende glänzende Haar verrieten seine ägyptische Abstammung.

Dem Aussehen nach mochte er etwas fünfundfünfzig Jahre alt sein. Sein über die Brust herabwallender schwarzer Bart zeigte Spuren von Grau, sein Antlitz war tiefbraun und zum grössten Teil durch ein rotes Tuch verdeckt. Er ritt ein grosses, weisses Dromedar, das ein Zelt auf dem Rücken trug.

Idee und Umsetzung: Ich kann nicht einschätzen, wie neu die Idee ist, über die Feindschaft zwischen Juden und Römer zu schreiben – aber dieses Buch sticht aus der Menge hervor! Es ist ein Unikat, Lewis Wallace  ein Genie!

Titel und Cover: Die Covers unterscheiden sich sehr, da es unzählige Auflagen gibt. Aber meistens sind sie doch recht interesseerweckend – anders als der Titel. „Ben Hur“, klingt nicht gerade nach einem spannungserfüllten Buch.

Denn dort ist Eitelkeit, hier Wahrheit, dort Ehrgeiz, hier Pflichtgefühl, dort Selbstsucht, hier Selbstaufopferung…

Kommentar:

Dieses Buch muss gelesen werden. Neben der spannenden Handlung gibt es nämlich noch ein Highlit: Ganz fein wird in die Erzählung Jesus Christus eingeflochten. Es wird von seinen Wundern erzählt, sein Charakter wird geschildert, der Verrat im Garten Ghetsemane, sogar die Kreuzigung. Die Kreuzigung ist so echt und lebendig geschildert, das es einem wieder ganz klar wird, was für ein immenses Opfer Jesus gebracht hat, welche Schmerzen er erlitten hat! Auch geht einem ein Licht auf, wie demütig Jesus wirklich war. Er hat seine Feinde gesegnet, während wir Menschen längst vom Kreuz hinuntergestiegen wären, wenn wir die Kraft gehabt hätten! Lewis Wallance schildert Jesus so lebendig – das ist etwas ganz Besonderes!

Jesus wird von seinen Spötter so beschrieben:

„Ich suchte überall unter ihnen nach einer Gestalt, die etwas Königliches an sich hätte – nach einem Reiter in Purpur, nach einem Prunkwagen mit einem Lenker in glänzender Tracht, nach einem stattlichen Krieger, hoch und schlank wie sein Speer und von einem runden Schilde gedeckt. Statt dessen sah ich einen Mann mit einem Frauengesicht und Frauenhaar, der auf dem Füllen einer Eselin ritt und Tränen in den Augen hatte. Hahaha, – der König! Der Sohn Gottes! Der Erlöser der Welt!“

 

 

 

 

Advertisements

Autor:

Liebe Blogleser! Eines meiner vielen Hobbys ist zu lesen, wie ihr bestimmt erraten könnt. Doch das ist bei weitem noch nicht alles: Ich liebe es, zu kochen und zu backen, Geschenke in Hülle und Fülle zu machen, mit kleinen Kindern zu spielen, telefonieren, abmachen, Dinge organisieren oder - in letzter Zeit habe ich gelernt, zur Ruhe zu kommen und zum Beispiel ein heisses Bad zu nehmen ;-) Mein Lieblingsbuch… Puh, schwierige Frage. Die besten drei sind wahrscheinlich die Serie von Elisabeth Büchle: (Himmel über fremden Land, Sturmwolken am Horizont, Hoffnung eines neuen Tages). Ausserdem liebe ich "Die Liebe findet dich", "Mehr als mein Herz", "Stolz und Vorurteil" und last but not least die Alaska-triologie von Tracie Peterson. Unten noch die Linke zu den Beiträgen! . Die müsst ihr einfach lesen! Mein Lieblingsessen ist Rösti, Spiegeleier und Fleischkäse. Später möchte ich einmal Bankangestellte werden, evntl. nachher noh Grafikerin. Mein Traum wäre es, eines Tages ein Buch zu veröffentlichen, und ich übe schon fleissig :-) Mein grösster Wunsch für die Zukunft ist, dass ich Gott mit meinem Leben verherrliche und dass ich eine grosse Familie haben kann. Ramylu Übrigens: Wenn ihr auch gerne lest: www.lesemausblog.wordpress.com Linke zu den Beiträgen meiner Lieblingsbücher: ElisabethBüchleSerie: https://lesemausblog.wordpress.com/?s=elisabeth+büchle+band Die Liebe findet dich: https://lesemausblog.wordpress.com/2016/03/01/die-liebe-findet-dich/ Mehr als mein Herz: https://lesemausblog.wordpress.com/2016/12/24/gastbeitrag-mehr-als-mein-herz/ Stolz und Vorurteil: https://lesemausblog.wordpress.com/2017/01/25/stolz-und-vorurteil/ Alaska-triologie: https://lesemausblog.wordpress.com/?s=Alaska

4 Kommentare zu „Ben Hur: Eine Geschichte aus der Zeit Christi

  1. Ich habe gerade richtig Lust diese Geschichte zu lesen. Oder den Film anzuschauen… 😉 Ich liebe grundsätzlich Bücher, die in der Vergangenheit spielen und sehr interessant bei diesem Buch finde ich auch, dass es zur Zeit von Jesus Christus spielt und man sein Leben wahrscheinlich auch mal in einer möglichen Perspektive der Menschen damals sieht.
    Mir persönlich gefällt der Titel sehr gut, da es sich ja um Ben Hur handelt und der Name hört sich schon spannend an. 😀
    Liebe Grüsse,
    nanacara ❤

    Gefällt mir

Kritik oder Lob - wir freuen uns immer! Bitte hinterlasse uns deine Meinung!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s