Veröffentlicht in Alles auf einmal

Das kalte Herz

Titel: Das kalte Herz

Autor/in: Wilhelm Hauff

Seitenanzahl: 144 (Also das ist selbst von den Lesefaulsten nicht zu viel  verlangt! 😉 )

ISBN: 978-3-86199-667.5

Verlag: Holzinger

Typ: Märchen

Zusammenfassung:

das-kalte-herzPeter Munk ist ein Kohlenbrenner, so, wie es einst sein Vater gewesen war. Seine Mutter muss von dem kümmerlichen Ertrag ihres Sohnes leben und ist wahrlich ganz zufrieden, im Gegensatz zu Peter. Wie sehr er den „Dicken Ezechiel“, den „Langen Schlurker“ und den „Tanzboden-König“. Sie alle waren von einem Tag auf den andern steinreich geworden, und Peter meint zu ahnen, weshalb. Denn wer am Sonntag zwischen 23.00- 2.00  geboren ist, dem zeigt sich Schatzhauser, ein kleines Männchen, das jedem sogenanntem Sonntagskind mindestens zwei Wünsche erfüllt. Peter geht hin und wünscht sich, reich zu sein, eine Glashütte zu besitzen mit Kutsche und Pferd. Der Schatzhause schalt ihn deswegen, doch Peter ist das egal, ist doch sein innigster Wunsch nun erfüllt. Doch schon bald verliert er seinen Reichtum durch Dummheit, und Peter wünschte, er hätte Klugheit und Einsicht gewünscht, so wie ihm der Schatzhauser geraten hatte. Doch nun hat er nur noch eine Möglichkeit, will er zu Geld kommen, und die ist gefährlich…

Der Holländer-Michel gibt bekanntlich jedem Geld, der sein Herz dafür Holländer-Michel gibt. Dafür bekommt man ein Herz aus Stein, das nichts mehr fühlt. Weder Freude noch Trauer, weder Mitleid noch Liebe. Doch da Holländer-Michel soviel Geld gibt, wie man haben will, lockt es noch manchen jungen Burschen. So auch Peter. Peter geht hin, verkauft sein Herz und bekommt eines aus Stein hineingesetzt, so wie schon viele vor ihm. Der Dicke Ezechiel, der Lange Schlurker, der Tanzboden-König und viele andere sind so zu schnellem Geld gekommen. Peter bekommt sein Geld, und ab nun ist er anders. Er verstösst seine arme Mutter ohne Mitleid, da er ja kein Mitleid mehr fühlen kann. Hat er früher den Armen gegeben, da er seiner eigenen Armut gedachte, so hetzte er nun seine Hunde auf sie, wenn sie an seine Tür kommen, um zu  betteln. Am Ende heiratet er, jedoch nicht aus Liebe, sondern aus dem einfachen Grund, weil sein Verstand und sein Glück auch in dieser Sache gelobt sein sollte. Nur die Schönste, Klügste war gut genug. Als die beiden heirateten, gibt seine Frau Lisbeth den Armen hin und wieder ein Geldstück, da ihr Mann ja so reich ist, denkt sie, es sei ja wohl nicht so schlimm. Doch Peter verbietet es ihr, und als sie trotzdem noch gibt, schlägt er sie mit der Peitsche tot. Ist Peter noch zu retten?

Mit dem Amtmann stand er jetzt in enger Freundschaft, und wenn einer Herrn Peter Munk nicht auf den Tag bezahlte, so ritt der Amtmann mit seinen Schergen heraus, schätze Haus und Hof, verkaufte es flugs, und trieb Vater, Mutter und Kind in den Wald. Anfangs machte dies dem reichen Peter einige Unlust, denn die armen Ausgepfändeten belagerten dann haufenweise seine Türe, die Männer flehten um Nachsicht, die Weiber suchten das steinerne Herz zu erweichen und die Kinder winselten um ein Stücklein Brot; aber als er sich ein paar tüchtige Fleischhunde angeschafft hatte, hörte diese Katzenmusik, wie er es nannte, bald auf; er pfiff und hetzte, und die Bettelleute flogen schreiend auseinander.

Charakteren: Peter ist eigentlich ein flotter Bursche, doch die Gier nach Geld und die Abscheu seines früheren Lebens verderben ihn. Eigentlich kann er ja nichts dafür, dass er so geizig und gefühllos ist, da er ja ein Steinherz hat. Auf die andere Seite war er ja einverstanden gewesen, dass man es ihm einsetzt… Lisbeth hat nun mal kein Herz aus Stein, und gütig und mitleidsvoll, wie sie nun mal ist, gibt sie den Armen hin und wieder etwas, sorgsam bedacht, dass es Peter nicht sieht. Doch, schliesslich bezahlt sie es mit ihrem Leben.

Endlich, nachdem er auf allen Tanzböden umsonst nach der Schönsten ausgeschaut hatte, hörte er eines Tages, die Schönste und Tugendsamste im ganzen Wald sei eines armen Holzhauers Tochter. Sie lebe still und für sich, besorge geschickt und emsig ihres Vaters Haus, und lasse sich nie auf dem Tanzboden sehen, nicht einmal zu Pfingsten oder Kirmes.

Schreibstil & Aufbau: Dieser Autor kann bestimmt gut schreiben, soviel steht fest. Allerdings ist manchmal noch ein bisschen eine altmodische Sprache, doch das kann man übersehen. Der Aufbau ist zu bemängeln, der  Ort wechselt nie und es sind nie andere Gedanken als Peters aufgeschrieben. Wahrscheinlich hat sich der Autor nur mit Peter befasst und die anderen zu wenig ausgearbeitet.

Überhaupt, Euer steinernes Ding, das ich in der Brust trage, schützt mich zwar vor manchem; ich erzürne mich nie, bin nie traurig, aber ich freue mich auch  nie, und es ist mir, als wenn ich nur halb lebte. Könntet Ihr mir das Steinherz nicht ein wenig beweglicher machen, oder – gebt mir lieber mein altes Herz; ich hatte mich in fünfundzwanzig Jahren daran gewöhnt, und wenn es zuweilen auch einen dummen Streich machte, so war es doch munter und ein fröhliches Herz.

Idee und Umsetzung: Die Idee ist sehr originell, würde ich sagen. Jedenfalls habe ich noch nie ein Buch über die Täuschung von Herzen für Geld gelesen – ihr etwa? Auch die Umsetzung ist fabelhaft, denn obwohl es nicht sehr spannend klingt, schafft es der Autor, aus einer banalen Idee etwas Besonderes zu machen.

Aber es freute ihn nichts, kein Bild, kein Haus, keine Musik, kein Tanz, sein Herz von Stein nahm an nichts Anteil, und seine Augen, seine Ohren waren abgestumpft für alles Schöne. Nichts war ihm mehr geblieben, als die Freude an Essen und Trinken und der Schlaf, und so lebte er, indem er ohne Zweck durch die Welt reiste, zu seiner Unterhaltung speiste und aus Langeweile schlief. Hie und da erinnerte er sich zwar, dass er fröhlicher, glücklicher gewesen sei, als er noch arm war und arbeiten musste, um sein Leben zu fristen. Da hatte ihn jede schöne Aussicht ins Tal, Musik und Gesang hatten ihn ergötzt, da hatte er sich stundenlang auf die einfache Kost, die ihm die Mutter zu dem Meiler bringen sollte, gefreut; wenn er so über die Vergangenheit nachdachte, so kam es ihm ganz sonderbar vor, dass er jetzt nicht einmal lachen könnte, und sonst hatte er über den kleinsten Scherz gelacht, wenn andere lachten, so verzog er nur aus Höflichkeit den Mund, aber sein Herz lächelte nicht mit.

Titel und Cover: Ich finde beides, darf ich sagen, mangelhaft. Der Cover spricht wohl kaum jemand an, und Covers sind doch sehr wichtig. Der Titel: „Ein kaltes Herz“, ist auch nicht gerade spannenderregend. Nur gut, dass es noch einen Klapptext gibt, denkt ihr? Leider ist auch der nicht gerade von einem Meister geschrieben…

Diese Menschen nun sind an ein raues, wanderndes Leben gewöhnt. Ihre Freude ist, auf ihrem Holz die Ströme hinabzufahren, ihr Leid, am Ufer wieder heraufzuwandern.

Kommentar:

Ich hatte dieses Buch als Literaturbuch in der Schule, eines der wenigen, das ich auch freiwillig lesen würde. Dieses Buch hat eine eigenartige Spannung, einen Reiz, der schwierig in Worte zu fassen ist. Ich würde vorschlagen, ihr lest es einfach  mal, dann findet ihr es heraus. Das Tolle am Buch ist, dass durch Zauberkräfte dem Buch immer wieder eine neue Wendung gegeben werden kann, was bei „normalen“ Büchern nicht der Fall ist. Zum Beispiel bei Romanen kann man meistens schon am Anfang sagen, wie es ausgeht. Nicht so hier. Ich würde das Buch empfehlen!

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Autor:

Liebe Blogleser! Eines meiner vielen Hobbys ist zu lesen, wie ihr bestimmt erraten könnt. Doch das ist bei weitem noch nicht alles: Ich liebe es, zu kochen und zu backen, Geschenke in Hülle und Fülle zu machen, mit kleinen Kindern zu spielen, telefonieren, abmachen, Dinge organisieren oder - in letzter Zeit habe ich gelernt, zur Ruhe zu kommen und zum Beispiel ein heisses Bad zu nehmen ;-) Mein Lieblingsbuch… Puh, schwierige Frage. Die besten drei sind wahrscheinlich die Serie von Elisabeth Büchle: (Himmel über fremden Land, Sturmwolken am Horizont, Hoffnung eines neuen Tages). Ausserdem liebe ich "Die Liebe findet dich", "Mehr als mein Herz", "Stolz und Vorurteil" und last but not least die Alaska-triologie von Tracie Peterson. Unten noch die Linke zu den Beiträgen! . Die müsst ihr einfach lesen! Mein Lieblingsessen ist Rösti, Spiegeleier und Fleischkäse. Später möchte ich einmal Bankangestellte werden, evntl. nachher noh Grafikerin. Mein Traum wäre es, eines Tages ein Buch zu veröffentlichen, und ich übe schon fleissig :-) Mein grösster Wunsch für die Zukunft ist, dass ich Gott mit meinem Leben verherrliche und dass ich eine grosse Familie haben kann. Ramylu Übrigens: Wenn ihr auch gerne lest: www.lesemausblog.wordpress.com Linke zu den Beiträgen meiner Lieblingsbücher: ElisabethBüchleSerie: https://lesemausblog.wordpress.com/?s=elisabeth+büchle+band Die Liebe findet dich: https://lesemausblog.wordpress.com/2016/03/01/die-liebe-findet-dich/ Mehr als mein Herz: https://lesemausblog.wordpress.com/2016/12/24/gastbeitrag-mehr-als-mein-herz/ Stolz und Vorurteil: https://lesemausblog.wordpress.com/2017/01/25/stolz-und-vorurteil/ Alaska-triologie: https://lesemausblog.wordpress.com/?s=Alaska

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