Veröffentlicht in Alles auf einmal

Ein Obdachloser

obd.pngDieser Sonntag war ein kalter Wintertag. Der Parkplatz der Kirche füllte sich schnell. Als ich aus meinem Wagen ausstieg, bemerkte ich, dass die anderen Gemeindemitglieder miteinander tuschelnd zum Gemeindehaus hinübergingen. Beim Näherkommen sah ich einen Mann, der an der Mauer unserer Kirche kauerte. Er lag beinahe da, als würde er schlafen. Sein langer Trenchcoat hing nur noch in Fetzen an ihm herunter, und der Hut auf seinem Kopf war so tief in die Stirn gezogen, dass man sein Gesicht nicht erkennen konnte. Seine Schuhe wirkten sehr alt, zu klein für seine Füsse, sie waren durchlöchert und seine Zehen schauten heraus. Ich nahm an, dass dieser Mann obdachlos war und sich vor unserer Kirche zum Schlafen gelegt hatte, darum ging ich an ihm vorbei und betrat das Gotteshaus.

Wir plauderten ein paar Minuten miteinander, und schliesslich brachte jemand den Mann, der vor dem Gemeindehaus lag, ins Gespräch. Die Leute schnaubten verächtlich und tratschten über ihn, aber niemand machte sich die Mühe, ihn hereinzubitten, auch ich nicht. Kurz darauf begann der Gottesdienst. Wir wartete alle darauf, dass der Prediger aufstand und nach vorne trat, als die Tür aufging. Herein kam der obdachlose Mann. Mit gesenktem Kopf schritt er durch die Mitte. Die Leute schnappten nach Luft, tuschelten miteinander und verzogen angewidert das Gesicht. Er ging nach vorn zur Kanzel, wo er Hut und Mantel ablegte. Ich erschrak. Da stand unser Pastor – er war der „Obdachlose“. Keiner sagte ein Wort. Der Pastor nahm seine Bibel und legte sie auf die Kanzel: „Leute, ich glaube nicht, dass ich euch sagen muss, worüber ich heute predigen werde.

Quelle: Ethos 5/2014

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Autor:

Liebe Blogleser! Eines meiner vielen Hobbys ist zu lesen, wie ihr bestimmt erraten könnt. Doch das ist bei weitem noch nicht alles: Ich liebe es, zu kochen und zu backen, Geschenke in Hülle und Fülle zu machen, mit kleinen Kindern zu spielen, telefonieren, abmachen, Dinge organisieren oder - in letzter Zeit habe ich gelernt, zur Ruhe zu kommen und zum Beispiel ein heisses Bad zu nehmen ;-) Mein Lieblingsbuch… Puh, schwierige Frage. Die besten drei sind wahrscheinlich die Serie von Elisabeth Büchle: (Himmel über fremden Land, Sturmwolken am Horizont, Hoffnung eines neuen Tages). Ausserdem liebe ich "Die Liebe findet dich", "Mehr als mein Herz", "Stolz und Vorurteil" und last but not least die Alaska-triologie von Tracie Peterson. Unten noch die Linke zu den Beiträgen! . Die müsst ihr einfach lesen! Mein Lieblingsessen ist Rösti, Spiegeleier und Fleischkäse. Später möchte ich einmal Bankangestellte werden, evntl. nachher noh Grafikerin. Mein Traum wäre es, eines Tages ein Buch zu veröffentlichen, und ich übe schon fleissig :-) Mein grösster Wunsch für die Zukunft ist, dass ich Gott mit meinem Leben verherrliche und dass ich eine grosse Familie haben kann. Ramylu Übrigens: Wenn ihr auch gerne lest: www.lesemausblog.wordpress.com Linke zu den Beiträgen meiner Lieblingsbücher: ElisabethBüchleSerie: https://lesemausblog.wordpress.com/?s=elisabeth+büchle+band Die Liebe findet dich: https://lesemausblog.wordpress.com/2016/03/01/die-liebe-findet-dich/ Mehr als mein Herz: https://lesemausblog.wordpress.com/2016/12/24/gastbeitrag-mehr-als-mein-herz/ Stolz und Vorurteil: https://lesemausblog.wordpress.com/2017/01/25/stolz-und-vorurteil/ Alaska-triologie: https://lesemausblog.wordpress.com/?s=Alaska

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