Veröffentlicht in Alles auf einmal

Die Frau des Reformators

Wer gut zu Kindern ist, ist auch gut zu Armen und Schwachen und ein dem Herrn wohlgefälliger Mensch. So viel stand für Luther seit eh und je fest.

Titel: Die Frau des Reformators

Autor/in: Karin Jäckel

Seitenanzahl: 604

ISBN: 978-3499239465

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (1. März 2006)

Typ: Historischer Roman

Zusammenfassung:

karinKatharina wird mit sechs Jahren ins Frauenkloster bei Brehna gegeben, da ihre Mutter im Sterben liegt und ihr Vater nicht viel mit Katharina anfangen kann. Katharina hasst das steife Leben mit den Tausenden Regeln und Vorschriften – doch am meisten hasst sie, dass man nicht alles sagen oder fragen darf, was man denkt. Als Katharina vier Jahre später fliehen will, wird sie erwischt und nach Hause zurückgeschickt. Ihre Mutter ist inzwischen verstorben, und ihr Vater hat noch einmal geheiratet. Katharina ist nicht willkommen und geht in ein anderes Kloster. Nachdem sie als Frau gilt, muss sie sich entscheiden: Entweder Nonne werden – oder nach Hause? Katharina entscheidet sich, Nonne zu werden, obwohl es sich für sie nicht richtig anfühlt. Sie möchte heiraten, sie möchte Kinder haben, sie möchte nicht in diesem Kloster gefangen gehalten werden. Verzweifelt versucht sie, all dies zu glauben, was ihr die Klostermütter sagen und eine makellose Nonne zu sein. Vielleicht stellt sich dann endlich die Gewissenheit ein, dass sie das richtige tut? Doch Katharina gibt bald auf. Langsam, aber sicher scheint ihr die Lehre des Martin Luther die einzige Lösung zu sein…

Man muss nicht alles sagen, was man denkt, und darf nicht alles fragen, was man nicht weiss, denn der Dumme verrät sich mehr in seinen Fragen, als der Kluge in seinen Antworten.

Nach reiflicher Überlegung entschliesst sich Katharina dazu, aus dem Kloster zu fliehen. Bei einer lebensgefährlichen Fliehaktion mit der Unterstützung Martin Luthers schaffen sie es schliesslich. Luther versucht für jede ehemalige Nonne einen geeigneten Ehemann zu finden, doch für Katharina scheint sich niemand zu eignen. Als Katharina Luther ausrichten lässt, dass sie Luther selbst heiraten möchte, nimmt Luther an. Luther gibt vor, Katharina nur aus Mitleid zu heiraten, obwohl ein Blinde sehen kann, wie verliebt er in sie ist. Doch das Leben als Paar ist kein Zuckerschlecken: Katharina muss mächtig einteilen, um das spärliche Hauswirtschaftsgeld, das sie von Luther bekommt, zu strecken. Luther hat immer Geldsorgen, und das Dach fällt ihnen fast auf den Kopf. Dazu kommen die Beerdigungen von den eigenen Kindern, die Verfolgung Luthers und die Todesängste Luthers. Wird das Paar trotz allem an ihrem Gott festhalten können?

Katharina hatte gelernt, dass Mädchen und Frauen die Augen niederschlagen, sich nicht freiheraus umsehen, die Arme beim Gehen mit kleinen, vornehmen Schritten ruhig halten, die Beine beim Sitzen nicht übereinander schlagen, die Hände in den Gewandfalten verbergen und schweigen müssen, zumindest aber nicht laut reden dürfen.

Charakteren: In Katharina von Bora, pardon, Katharina Lutherin kann ich mich in manchen Punkten wiederfinden. Auch sie ist ehrgeizig, zielstrebig, kann schlecht schweigen und überarbeitet sich auch manchmal 😉 Sie hat es oftmals schwer mit Luther, der manchmal etwas seltsame Ideen hat. Nicht selten streiten sich die beiden, zum Beispiel wegen des Geldes. Luther hat eine feste Vorstellung, was er alles essen will, doch der von ihm gegebene Geldbetrag reicht einfach nicht aus… Über Luther möchte ich mich nicht äussern, da ich nicht recht weiss, was stimmt und was nicht. Weiter unten erkläre ich mehr. Die Charakteren sind mittel ausgearbeitet, da gibt’s von mir 3 Cupcakes.

Ave schenkte ihr einen freundlichen Blick, antwortete aber nicht, nicht einmal mit einer Geste. Katharinas Frage hatte keinen frommen, geistlichen Inhalt. Also durfte sie nicht gestellt werden. Auch in der Stunde der Erholung sollten die Chorjungfrauen nichts Privates besprechen, denn für sie gab es nichts Privates oder Eigenes mehr. Ave wollte der Freundin nicht wehtun. Aber sie hatte sich bei der Profess vorgenommen, eine makellose Nonne zu sein.

cupcake 3

Schreibstil & Aufbau: Der Schreibstil ist weder schlecht noch grandios, er bleibt immer bei Katharina und fällt auch sonst in keiner Weise auf, also drei Cupcakes.

Doch obwohl er überall behauptete, sich der armen Verlassenen nur aus Mitleid zu erbarmen, sah ein Blinder mit dem Krückstock, dass er bis über beide Ohren verliebt war. Man brauchte ja nur zu beobachten, wie er ihr nachsah, wenn keiner es zu bemerken schien.

cupcake 3

Idee und Umsetzung: Die Idee ist schon sehr alt, über diese tolle Frau, Katharina von Bora zu schreiben. Doch die Umsetzung ist bestimmt eine der schlechtesten. Wie schon oben angetönt, bin ich mit Luthers Charakter nicht ganz einverstanden. Man merkt sehr gut, dass die Autorin keine Christin ist. Luther wird als Säufer, als reizbar, unverständig, unverantwortungsvoll und manchmal sogar bisschen untreu dargestellt. Ausserdem scheint er sein ganzes Leben von Selbstzweifeln und Depressionen geplagt zu werden. Ob das stimmt, was ich nicht, doch das würde sich sehr von dem Bild unterscheiden, das ich von Luther habe. Manchmal zweifelt jeder, doch dieses Mass scheint mir geradezu abnormal. Dass Luther, der Reformator, so dargestellt wird, scheint mir wie wenn man der Reformation ins Gesicht spuckt, dass finde ich nicht okay. Das gibt ein Cupcake. Hier ein Beispiel für eine der feinsten Spitzen gegen Luther:

Er liebte Frau und Kind, soviel stand fest. Doch der Rest von ihm, der ein Pater geblieben war, blieb weltfern und weltfremd. Erst neulich wieder hatte er von Katharina verlangt, sie solle einem Studiosus zehn Gulden schenken, denn wer viel gebe, dem wolle auch Gott viel geben. Dabei hatte Katharina kaum zehn Groschen in der Kasse gehabt. Und jeder wusste, dass Luther nicht einmal mehr bei Cranachs Kredit hatte. Am Ende hatte sie das Wunder vollbracht, dem Jungen fünf Gulden zu schenken. Hatte Luther es ihr gedankt? Mitnichten. Für ihn war es zwar selbstverständlich, das Geld gestiftet zu haben, grollte aber dann, als er auf seinen geliebten Würzwein zum Abendtrunk verzichten musste, weil kein Pfenning mehr da war, Gewürz zum Wein zu kaufen, den er ja kostenlos aus dem Ratskeller bezog. Katharina wehrte sich nicht.

cupcake 1

Titel und Cover: Der Titel mag ja noch gehen, aber den Cover finde ich wirklich schlecht. Ich finde Katharinas Bild gerade zu abschreckend. Ein Bild von einem Kloster würde mir viel attraktiver erscheinen. Doch der Titel ist nicht schlecht, das gibt drei Cupcakes – denn der Verlag kann ja auch nichts dafür, dass Katharina so ausgesehen hat 😉

„Du bist mein Gemahl und Herr im Haus“, sagte sie und nahm seine zornig geballte Faust an sich, um die Finger einen nach dem anderen glatt und gerade zu streichen, ehe sie ihre Wange daran legte. „Wir werden nach aussen hin nur mit einer Stimme sprechen. mit deiner Stimme. Doch hier drinnen, hier im Haus habe auch ich eine Stimme. Und ich bitte dich, höre sie an.“

cupcake 3

Kommentar:

Das Buch finde ist an sich sehr spannend zu lesen, obwohl der Schluss sich ziemlich hinzieht. Ich habe mir eine Weile überlegt, wie viele Cupcakes ich gebe. Schliesslich habe ich mich für drei entschieden. Mehr konnte ich nicht geben, da ich Luthers Darstellung derart enttäuschend fand. Auf keinen Fall jedoch hätte ich weniger gegeben. Das Buch ist historisch sehr spannend, und wer sich für Kloster interessiert, wird es bestimmt lieben. Ausserdem beginnt der störende Faktor auch erst dann, als Katharina heiratet. Also habe ich mich für drei Cupcakes entschieden.

Hier noch einer der Gründe, warum viele ins Kloster gingen:

Maria von Mergenthal aber, Annas ein Jahr älterer Halbschwester aus der ersten Ehe der Mutter, war mit einem Aufschrei am Sterbebett auf die Knie gefallen. „Ich gehe ins Kloster!“, hatte sie geschrien. „Gott zu Ehren und meiner Mutter zuliebe. Mein Leben soll Gebet und Arbeit sein, damit der Mutter und dem toten Kind die Sünden erlassen werden und sie nicht im Fegefeuer brennen müssen.“ „Amen, Amen, Amen!“ Feierlich hatte der Priester die Litanei angestimmt und mit himmelwärts gerichtetem Blick die Hände zum Dankgebet zusammengelegt. „Gelobt sei Jesus Christus, der seiner jungfräulichen Braut, unserer Schwester, die Zunge geführt hat.“

cupcake 3

 

 

Advertisements

Autor:

Liebe Blogleser! Eines meiner vielen Hobbys ist zu lesen, wie ihr bestimmt erraten könnt. Doch das ist bei weitem noch nicht alles: Ich liebe es, zu kochen und zu backen, Geschenke in Hülle und Fülle zu machen, mit kleinen Kindern zu spielen, telefonieren, abmachen, Dinge organisieren oder - in letzter Zeit habe ich gelernt, zur Ruhe zu kommen und zum Beispiel ein heisses Bad zu nehmen ;-) Mein Lieblingsbuch… Puh, schwierige Frage. Die besten drei sind wahrscheinlich die Serie von Elisabeth Büchle: (Himmel über fremden Land, Sturmwolken am Horizont, Hoffnung eines neuen Tages). Ausserdem liebe ich "Die Liebe findet dich", "Mehr als mein Herz", "Stolz und Vorurteil" und last but not least die Alaska-triologie von Tracie Peterson. Unten noch die Linke zu den Beiträgen! . Die müsst ihr einfach lesen! Mein Lieblingsessen ist Rösti, Spiegeleier und Fleischkäse. Später möchte ich einmal Bankangestellte werden, evntl. nachher noh Grafikerin. Mein Traum wäre es, eines Tages ein Buch zu veröffentlichen, und ich übe schon fleissig :-) Mein grösster Wunsch für die Zukunft ist, dass ich Gott mit meinem Leben verherrliche und dass ich eine grosse Familie haben kann. Ramylu Übrigens: Wenn ihr auch gerne lest: www.lesemausblog.wordpress.com Linke zu den Beiträgen meiner Lieblingsbücher: ElisabethBüchleSerie: https://lesemausblog.wordpress.com/?s=elisabeth+büchle+band Die Liebe findet dich: https://lesemausblog.wordpress.com/2016/03/01/die-liebe-findet-dich/ Mehr als mein Herz: https://lesemausblog.wordpress.com/2016/12/24/gastbeitrag-mehr-als-mein-herz/ Stolz und Vorurteil: https://lesemausblog.wordpress.com/2017/01/25/stolz-und-vorurteil/ Alaska-triologie: https://lesemausblog.wordpress.com/?s=Alaska

Kritik oder Lob - wir freuen uns immer! Bitte hinterlasse uns deine Meinung!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s